TYPO3 und SEO - "Lieber Google-Bot,..."
Die so beliebte Suchmaschinenoptimierung (SEO, Search Engine Optimization) - wir diskutieren jetzt nicht die so oft bezweifelte Korrektheit dieses Audrucks - war bis vor etwa 2 Jahren noch ein gern genutztes Gegenargument zu TYPO3. "Das System ist zu schwer, zu unübersichtlich, zu statisch,...". Die typischen Argumente von Leuten die binär träumen...
TYPO3 und valider Quelltext
Fakt ist, dass man gar nicht groß herumdrehen muss um TYPO3 optimal auf den Besuch von Google & Co. vorzubereiten. Mit einem einzigen Schalter läßt sich nahezu 100% valider Quellcode erzeugen, welcher immer noch die Basis einer Optimierung darstellt. Die "großen", also weitverbreiteten, Extensions wurden inziwschen auch alle von fleißigen Helfern auf Validität hin optimiert.
Header-Daten und META-Tags
Da die Header-Daten der ausgelieferten Dateien nahezu vollständig von TYPO3 generiert werden, reduziert sich die Gefahr, dass sich in diesem Bereich Fehler einschleichen oder wichtige Einstellungen vergessen werden.
Die Möglichkeit für jede Seite eigene Keywords und Beschreibungstexte anzulegen ohne dafür in den Sourcecode zu müssen war lange Zeit ein unerfüllter Traum für alle SEO-Spezialisten. Mit CMS-Systemen wie TYPO3 kann diese Arbeit von jedem Redakteur durchgeführt werden...falls das gewünscht ist natürlich.
Browserweichen
Die heute so oft verwendeten Browserweichen, die zum Beispiel unterschiedliche CSS-Dateien für unterschiedliche Browser ausliefern sind ins System integriert. Die häßliche Ausgabe als HTML-Kommentare im HTML-Sourcecode entfällt damit. Auch alle anderen Kommentare lassen sich bequem und schnell mit einer wiederverwendbaren Konfiguration ausschalten. Was übrig bleibt ist - bei sorgfältiger Programmierung natürlich - absolut schlanker, gut formatierter Quellcode ohne großen Overhead.
Mehrsprachigkeit und Duplicate Content
Durch die einfachen Mechanismen für mehrsprachige Websites verringert sich die Gefahr von "Duplicate Content" enorm. Erzeugt man beispielsweise die österreichische Version einer deutschen Seite, hat man den Originaltext immer im Vergleich vorliegen und kann punktuell Änderungen vornehmen um Google nicht zu "verwirren" (sagen wir es offen: verärgern).
"Sprechende URLs"
Teil nahezu jeder TYPO3-Installation ist das Modul "real_url". Dieses erzeugt ohne große weitere Einstellungen Adressen der Form www.meinedomain.de/artikel/sachbuch/meinlieblingsbuch.html. Davon, dass es gar keine "statische" HTML-Seite ist, sondern ein Aufruf der Form "index.php?id=24&art_nr=345&kat=2", ist nichts mehr zu erkennen...und das eben auch für die Suchmaschine! Diese Art der der URL-Erzeugung hat unzählbare viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Aufrufen dynamischer Seiten. Man kann Keyowrds in der URL unterbringen, man erhält automatisch mehrsprachige URLs, die URLs ändern sich automatisch wenn ich den Inhalt ändere, und so weiter. Bei nicht-automatisierten Systemen würden solche Änderungen und solche Optimierungen Stunden an herumsuchen im Quelltext verschlingen.
TYPO3 und Redirects (Weiterleitungen)
Ein großes Problem der SEO ist es, wie man Google beibringt mit geänderten oder verschobenen Seiten umzugehen. Wird eine Seite die bei Google indexiert ist an eine andere Stelle verschoben, müsste eigentlich der Server-Admin benachrichtigt werden, um eine entsprechende 301-Weiterleitung zu erstellen. Mit TYPO3 kann man dies (nicht ganz elegant, aber wirksam) umgehen, indem man die Umleitungen "unischtbar" ("not in menu") in den normalen Seitenbaum einhägt und auf die neue Seite verweist.
Fehlerseiten mit Inhalt
Hört sich seltsam an...ist aber so. Grundsätzlich ist es schon schwer mit TYPO3 auf eine nicht vorhandene Seite zu verlinken, weil ja alle Links automatisch generiert werden. Sollte der Besucher aber beispielsweise mal eine URL von Hand und falsch eingeben, kann auf einfache Weise eine sauber formatierte Fehlerseite angeboten werden, die ihm seinen (?) Fehler erklärt und ihn wieder in das offizielle Angebot der Seite zurückführt.
Fallbeispiel - Die Uni-Buchhandlung Heinrich Frank in München
Die kleine, aber beliebte und bekannte Universitätsbuchhandlung in München, ist schon lange im Internet präsent. Vor allem Stammkunden nutzten schon über Jahre hinweg die von großen Verlagen eingebundenen Suchmasken für Bücher und Literatur. Insbesondere ist die Buchhandlung für ihr umfassendes Sortiment französischer Literatur auch über die Grenzen der Stadt München hinweg bekannt. Problem: Fast alle Online-Kunden kamen über Suchbegriffe auf die Seiten, welche in direktem Zusammenhang mit dem Ladengeschäft standen: "heinrich frank", "buchhandlung frank", bücher frank münchen", "buchhandlung schellingstraße" und so weiter. Zwar alles schön und gut, aber in Zeiten von Amazon und Libri eine Sackgasse.
Im Zuge des optischen und technischen Relaunches der Seiten zu Beginn 2009 stand somit auch das Thema "Suchmaschinenoptimierung" ganz oben auf der Liste der anstehenden Themen. Da aufgrund des hohen redaktionellen Aufwandes für die Seiten (Angebote, Lesetipps, ...) die Wahl schnell auf ein TYPO3 Content Management System für die Implementierung fiel, können sich nun Auswirkungen bestimmter Maßnahmen sehr gut nachvollziehen lassen.
Die Themen valider Quelltext und unterschiedliche META-Angaben für einzelne Seiten können hier schnell abgehakt werden. Das erledigt das TYPO3 nahezu ohne äußere Eingriffe.
Die sprechenden URLs mittels RealURL machen es uns einfach NEUE Keywords gut zu vermarkten, denn der Link-Text ist von sehr hoher Bedeutung. Beispielsweise für den vorher gar nicht angebotenen Bereich der "eBooks" ergab sich somit eine gute Mölichkeit der Optimierung. Da sowohl der Punkt "eBooks" als auch die herkömmliche "Titelsuche" Hauptmenüeinträge mit entsprechend benannten Links sind, ergibt für eine Suche nach "ebooks titelsuche" bei Google prompt die Position Nummer 2. Denselben Effekt hat die Kombination des Nachrichtensystems "tt_news" mit RealURL. Aktuelle Lesetipps werden speziell auf der Startseite angeteasert. Seit Produktivgang der Seiten liefern Suchabfragen bei Google nach vollständigen Buchtiteln auch immer ein Resultat der Heinrich-Frank-Seiten auf der ersten oder zweiten Seite. Dies sind wei wichtige Schritte für die Buchhandlung um auch neue Kunden auf die Seiten zu bringen und im harten Kampf mit den Versand-Giganten zu bestehen.
Ebenso konnte mittels TYPO3-Bordmitteln der sehr gute PageRank der alten Seiten erhalten werden. Alle eingehenden Links, insbesondere die hochwertigen Links der großen Verlage wurden erhalten und mittels Redirekt auf die neuen Seiten umgelenkt.
Dies also als kleines, unvollständiges Fallbeispiel einer Suchmaschinenoptimierung mit TYPO3 am Beispiel der Uni Buchhandlung München Heinrich Frank. Keine Hexerei, sondern nur Ausnutzung der angebotenen Werkzeuge.
